Was ist openDesk und wer entwickelt es?
Kurz-Antwort
openDesk ist eine Open-Source-basierte Office- und Kollaborationssuite, die als Alternative zu Microsoft 365 für die deutsche öffentliche Verwaltung entwickelt wurde. Sie bündelt bewährte Open-Source-Tools unter einer Oberfläche. Verantwortlich ist das ZenDiS (Zentrum für Digitale Souveränität), eine GmbH des Bundes, im Auftrag des BMI.
Detail-Antwort
openDesk baut auf dem „Souveränen Arbeitsplatz” auf, einer Initiative des Bundesministeriums des Innern (BMI). Seit Januar 2024 verantwortet das ZenDiS die Weiterentwicklung. Version 1.0 wurde im Oktober 2024 auf der Smart Country Convention vorgestellt.
Die Suite vereint folgende Komponenten: Open-Xchange (E-Mail, Kalender, Kontakte), Nextcloud (Dateiverwaltung), Collabora Online (Dokumentenbearbeitung), Element/Matrix (Chat), Jitsi (Videokonferenzen), OpenProject (Projektmanagement), XWiki (Wiki/Wissen) und Univention/Nubus (Identitätsmanagement, Single Sign-On).
Das Besondere: openDesk ist modular – Behörden können einzelne Komponenten austauschen (z.B. Jitsi gegen BigBlueButton). Die Suite läuft webbasiert im Browser und ist als SaaS (gehostet bei STACKIT) oder On-Premise (im eigenen Rechenzentrum) verfügbar. B1 Systems fungiert als Generalunternehmer.
Stand Oktober 2025 wurden laut ZenDiS über 80.000 Arbeitsplätze erfolgreich migriert. Seit Ende 2025 öffnet ZenDiS den Vertrieb auch für private IT-Dienstleister und Unternehmen.
Notizen
- Vorgängerprojekt war Dataports „Phoenix” (dPhoenixSuite), das aber nie vollständig Open Source veröffentlicht wurde
- Die Schweizer Bundesverwaltung testet openDesk ebenfalls im Rahmen des PoC BOSS
- Internationaler Strafgerichtshof plant openDesk-Einführung als Ersatz für Microsoft nach US-Sanktionen